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Story  »  Mi, 29/04/2026

#southtyrolmusicfestivals Meet-Up 2026

Awareness, Verantwortung und gemeinsamer Austausch im Fokus


Am 4. April 2026 trafen sich die Südtiroler Festivalorganisator*innen im Jugendzentrum Jux in Lana zu einem gemeinsamen Vernetzungs- und Weiterbildungstreffen im Rahmen von #southtyrolmusicfestivals. Im Mittelpunkt stand dabei der Workshop „Awareness – what the heck?!“, geleitet von Evelin Mahlknecht vom Forum Prävention.

Nach aktuellen Infos aus dem Netzwerk beschäftigten sich die Teilnehmenden intensiv mit der Frage, wie Festivals zu sicheren, respektvollen und inklusiven Räumen für Besucher*innen, Künstler*innen, Mitarbeitende und Veranstalter*innen werden können. Ausgangspunkt des Workshops war die Erkenntnis, dass gesellschaftliche Machtverhältnisse und Diskriminierung auch im Veranstaltungskontext präsent sind und es deshalb bewusste Strukturen braucht, um Grenzüberschreitungen, Ausgrenzung und Gewalt entgegenzuwirken.

In mehreren Arbeitsphasen tauschten die Festivalorganisator*innen Erfahrungen aus und diskutierten darüber, welche Faktoren zu einem positiven Festivalerlebnis beitragen. Besonders wichtig wurden dabei Themen wie respektvoller Umgang, sichtbare Awareness-Strukturen, sichere Rückzugsorte, transparente Kommunikation sowie ein solidarisches Community-Gefühl genannt. Gleichzeitig wurde offen über Situationen gesprochen, in denen sich Besucher*innen oder Veranstaltende unwohl oder unsicher gefühlt haben – etwa durch übergriffiges Verhalten, Diskriminierung, aggressiven Alkohol- und Drogenkonsum oder fehlende Unterstützungsstrukturen.

Ein zentrales Ergebnis des Workshops war die gemeinsame Erkenntnis, dass Sicherheit und Wohlbefinden nicht zufällig entstehen, sondern das Zusammenspiel aus klaren Werten, funktionierenden Strukturen, geschultem Personal und einer achtsamen Community benötigen. Sichtbare Ansprechpersonen, Awareness-Teams, deeskalierende Sicherheitskonzepte sowie klare Kommunikation und konsequentes Handeln bei Grenzüberschreitungen wurden dabei als besonders wichtig hervorgehoben.

Auch der Austausch über konkrete nächste Schritte spielte eine große Rolle. Die Teilnehmenden formulierten den Wunsch nach weiteren Schulungen und Austauschformaten, einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Festivals im Bereich Awareness sowie gemeinsamen Leitlinien und Kommunikationsmaßnahmen. Diskutiert wurden unter anderem die Entwicklung eines gemeinsamen Code of Conducts, gegenseitige Unterstützung durch Awareness-Teams, offen zugängliche Wissensmaterialien sowie regelmäßige Möglichkeiten zur Reflexion und zum Erfahrungsaustausch.

Der Nachmittag zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Vernetzung, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Lernen innerhalb der Südtiroler Festivallandschaft sind. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen und Rahmenprogramm wurde der Austausch in informeller Atmosphäre weitergeführt. Parallel dazu fand im Jux auch das vielseitige Kulturprogramm von „Sound:Garden“ statt, das den Tag zusätzlich bereicherte.